Lexikon
Begriffe rund um Schneckenflügel
Von Steigung bis Ronde: die wichtigsten Fachbegriffe kurz erklärt. Für Einkauf, Instandhaltung und alle, die einen Schneckenflügel richtig anfragen wollen.
- Außendurchmesser Außen-Ø
- Durchmesser über die Außenkante des Flügels. Zusammen mit der Steigung die wichtigste Kenngröße. Bei verschlissenen Schneckenflügeln an einer unverschlissenen Stelle messen, sonst wird das Ersatzteil zu klein.
- Bandschnecke
- Schneckenflügel ohne durchgehende Verbindung zum Rohr, gehalten über Stege. Geeignet für klebriges oder faseriges Gut, das an einem Vollflügel anbacken würde, und zum Mischen.
- Drehrichtung Gängigkeit
- Rechts- oder linksgängig, wie bei einem Gewinde. Bei einem rechtsgängigen Schneckenflügel läuft die Windung im Uhrzeigersinn vom Betrachter weg. Die falsche Drehrichtung fördert in die Gegenrichtung.
- Fase
- Abgeschrägte Kante, meist am Innenrand oder an den Stoßkanten von Segmenten, damit eine durchgehende Schweißnaht möglich ist. Fasen bei der Anfrage ausdrücklich angeben.
- Flügelbreite
- Radiale Breite des Flügels: Außen-Ø minus Innen-Ø, geteilt durch zwei. Sie bestimmt zusammen mit der Blechstärke, wie gut sich das Blech zum Schneckenflügel umformen lässt.
- Füllgrad
- Anteil des Schneckenquerschnitts, der mit Fördergut gefüllt ist. Typisch sind etwa 15 bis 45 Prozent, je nach Fördergut. Abrasives Gut wird mit niedrigem Füllgrad gefahren, rieselfähiges mit höherem.
- Gepresster Segmentflügel
- Jede Windung wird aus einer ebenen Ronde gepresst. Die Blechstärke bleibt über die Flügelbreite nahezu gleich. Die Windungen werden zum Schneckenflügel verschweißt. Üblich für größere Durchmesser und dickere Bleche.
- Innendurchmesser Innen-Ø
- Durchmesser der Innenkante, passend zum Rohr oder zur Welle. Am Rohr messen, nicht über der Schweißnaht, sonst wird der Wert zu groß.
- Kaltgewalzter Endlosflügel
- Aus Flachstahl in einem Stück über große Länge gewalzt. Weil der Außenrand stärker gestreckt wird, ist das Band außen dünner als innen. Typisch für kleinere Durchmesser und lange Förderstrecken.
- Konischer Schneckenflügel
- Schneckenflügel, dessen Außen- oder Innendurchmesser sich über die Länge ändert, etwa in konischen Trögen oder Austragsschnecken.
- Paddel
- Einzelne, schräg angestellte Blechflügel statt eines durchgehenden Schneckenflügels. Sie fördern wenig und mischen viel, deshalb vor allem in Mischschnecken.
- Progressive Steigung
- Die Steigung nimmt in Förderrichtung zu. So zieht eine Austragsschnecke Silo oder Bunker über die ganze Einlauflänge gleichmäßig ab, statt nur am hinteren Ende.
- Prüflehre
- Messvorrichtung, mit der Steigung, Außen- und Innendurchmesser nach dem Umformen geprüft werden. Sie sichert, dass Segmente passgenau aneinanderschließen.
- Ronde Zuschnitt
- Ebener Kreisring mit Schlitz, aus dem eine Windung gepresst wird. Ronden werden aus Blechtafeln geschnitten. Gute Verschachtelung auf der Tafel spart Verschnitt.
- Rückfederung
- Nach dem Umformen federt das Blech elastisch ein Stück zurück. Steigung und Durchmesser ändern sich dadurch leicht. Bei hochfesten Stählen wie Verschleißstahl ist der Effekt größer und muss beim Pressen ausgeglichen werden.
- Segmentwinkel Gradzahl
- Winkel, den ein Segment abdeckt. 360° entspricht einer vollen Windung, 180° einer halben. Wichtig bei Segmentflügeln und Ersatzteilen für Teilbereiche.
- Steigung Ganghöhe
- Axialer Abstand zwischen zwei Windungen an derselben Winkelposition. Faustwert: Steigung gleich Außen-Ø bei waagerechter Förderung, kleiner bei geneigter oder senkrechter Förderung und beim Dosieren.
- Verschleißverstärkung
- Zusätzlicher Schutz am Außenrand, wo der Verschleiß am größten ist. Zum Beispiel durch Auftragsschweißen oder aufgeschweißte Leisten aus Verschleißstahl.
- Vollflügel
- Durchgehender Schneckenflügel über die ganze Bauteillänge mit wenigen Stoßstellen. Gegenstück zum Segmentflügel, der aus einzelnen Segmenten zusammengesetzt wird.
Begriff fehlt oder Maß unklar? Schicken Sie uns ein Foto des alten Schneckenflügels oder eine Zeichnung. Zur Anfrage